Historischer Arbeitskreis

in Ahrensburg  

Die Rantzaus in Ahrensburg

Die Grafen v. Schimmelmann

Die Nachkommen 

des Schatzmeisters

Schlösser, Stadtpalais

und ein Mausoleum

Dreieckshandel

Die Schimmelmannschen

Plantagen in der Karibik

H.C. Schimmelmann und

sein "Weißes Gold"

Der Schimmelmannsche  

Wirtschaftskreislauf

H.C. Schimmelmann

in seiner Zeit

Der letzte Schimmelmann

verlässt Ahrensburg

Hans Schadendorff

Alfred Rust 

    Geschichte des Gutshofs

    Geschichte des Marstalls

 

 

DIE SCHIMMELMANNSCHEN

 PLANTAGEN IN DER KARIBIK

 

Zum dänischen Gesamtstaat gehörten im 18.Jahrhundert drei Inseln in der Karibik: St. Jan (heute St. John), St. Thomas und St. Croix. Diese Inselkolonie gehört zu den Virgin Islands. Im Jahre 1917 wurden die drei dänischen Inseln an die USA verkauft.

Heinrich  Carl Schimmelmann war der größte Plantagenbesitzer auf den drei Inseln. Ihm gehörten dort vier Zuckerrohrplantagen in der Größe zwischen 55 - 275 ha.

Im Jahre 1767 arbeiteten auf der Plantage „Grande Princesse“ (St. Croix) 407 Sklaven. Auf  „La Grange“ (St. Croix) waren es 290 Sklaven. Die Plantage „Carolina“ auf St. Jan wurde mit 183 Sklaven bewirtschaftet. Auf der Insel St. Thomas waren auf der „Compagnies Plantage“ 50 Sklaven eingesetzt. In der Zeit von 1773 bis 1782 befanden sich zwischen 974 und 1028 Sklaven auf den vier Plantagen. Die Sklaven wurden vorwiegend im Anbau von Zuckerrohr und dessen Weiterverarbeitung zu Rohzucker und dem Abfallprodukt Rum eingesetzt.

Auf den Plantagen sorgte die Herrnhuter Brüdergemeine für den sonntäglichen Gottesdienst, sowie für Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen. Darüber hinaus bauten sie Schulen und sorgten für eine christliche Erziehung.

H. C. Schimmelmann setzte seinen Neffen, Heinrich Ludwig v. Schimmelmann, als Inspektor auf seinen Plantagen in Westindien ein. Später wurde Heinrich Ludwig Generalgouverneur für ganz Dänisch - Westindien.

Der älteste Sohn von Heinrich Carl Schimmelmann, Graf Ernst Heinrich von Schimmelmann war Abolitionist (Anhänger der Sklavenbefreiungsbewegung). Er setzte sich zwischen 1792 und 1803 in seiner Funktion als dänischer Commerzminister für die Abschaffung des Sklavenhandels ein. Zeitgenossen feierten seine Verordnungen als großen humanitären Erfolg der aufgeklärten dänischen Reformpolitik.

Im Jahre 1819 wurde dann das bei den Schwarzen so verhasste Arbeitsgesetz im dänischen Gesamtstaat aufgehoben.

Graf Friedrich Joseph von Schimmelmann, Sohn von Heinrich Carl Schimmelmann, hob 1788 die Leibeigenschaft in Ahrensburg  auf.  Ein Gedenkstein im Schlosspark erinnert daran.

 

Peter Raasch

© Historischer Arbeitskreis Ahrensburg

Januar 2007

 

Ergänzungen zur Tafel 4

im Schloss Ahrensburg 

 

 

Quellen / Literatur:

Reichsarchiv Kopenhagen

Landesarchiv Schleswig

Archiv Brüdergemeine Herrnhut

C. Degn: Die Schimmelmanns

im atlantischen Dreieckshandel

 

Die Tafelbilder und Ergänzungstexte können in einer DIN A4 Info-Mappe für 8,- € im Schloss Ahrensburg erworben werden.