Historischer Arbeitskreis

in Ahrensburg  

Die Rantzaus in Ahrensburg

Die Grafen v. Schimmelmann

Die Nachkommen 

des Schatzmeisters

Schlösser, Stadtpalais

und ein Mausoleum

Dreieckshandel

Die Schimmelmannschen

Plantagen in der Karibik

H.C. Schimmelmann und

sein "Weißes Gold"

Der Schimmelmannsche  

Wirtschaftskreislauf

H.C. Schimmelmann

in seiner Zeit

Der letzte Schimmelmann

verlässt Ahrensburg

Hans Schadendorff

Alfred Rust 

    Geschichte des Gutshofs

    Geschichte des Marstalls

 

HEINRICH  CARL  SCHIMMELMANN  IN  SEINER  ZEIT

Heinrich Carl Schimmelmann wurde 1724 geboren, im selben Jahr wie der deutsche Philosoph der Aufklärung Immanuel Kant. Weitere Zeitgenossen waren Adam Smith (geb.1723), der Begründer der Nationalökonomie, Friedrich II., der Große (geb. 1712) und die französischen aufklärerischen Philosophen Rousseau (geb. 1712), Voltaire (geb. 1694) und Montesquieu (geb. 1689).

Man sollte Heinrich Carl Schimmelmann nicht nur an seinen großen wirtschaftlichen Erfolgen messen, sondern auch an den Grundsätzen der Aufklärung.  Seine Wirtschaftspolitik für den dänischen Staat wie auch sein praktisches Handeln in seinen Besitzungen lassen sich nicht einer ökonomischen Lehre zuordnen. C. Degn bezeichnet ihn als „idealtypischen Vertreter des vorindustriellen Kapitalismus“. Er begründet das damit, dass er sein Kapital klug in seinen produktiven und rentablen Gütern, Plantagen und Fabriken einsetzte - und das in einer Zeit glänzender Konjunktur. A. Behrens bezeichnet H. C. Schimmelmann  als „barocken Patriarchen“. Schimmelmann kümmerte sich um seine Untergebenen auf seinen Gütern und  in Fabriken, nicht, weil diese Rechte hätten, sondern weil es die väterliche Pflicht gebot. Für seine Sklaven galt dies nur sehr bedingt. Wenn Schimmelmann einige von ihnen nach Europa zur Ausbildung kommen ließ, diente dies vor allem seinem eigenen Interesse. Dabei muss man berücksichtigen, dass Schwarzafrikaner von der Allgemeinheit im 18. Jahr-hundert nicht als (vollberechtigte) Menschen angesehen wurden. Der Widerstand gegen Sklaverei entwickelte sich erst Mitte des 18. Jahrhunderts bei religiösen Minderheiten (Quäker, Methodisten, Herrnhuter Brüdergemeine) und durch die Aufklärung. Der erste Staat, der den Sklavenhandel verbot, war Dänemark 1792. Das Zeitalter der Aufklärung war eben durchaus kein aufgeklärtes, sondern eher ein aufzuklärendes Zeitalter.

H. C. Schimmelmann war als Barockmensch ein Vertreter des Ancien Régime. Er entstammte zwar dem Bürgertum, war aber sehr bedacht, in den Adel aufzusteigen – und dies nur ein gutes Jahrzehnt, bevor Teile des französischen Adels ganz auf ihre Privilegien verzichteten. Er hatte erkannt, dass er nur als Adliger Einfluss gewinnen konnte. Außerdem entsprach das Streben nach gesellschaftlichem Aufstieg auch seiner persönlichen Eitelkeit. Vom alten Adel wurde er zunächst als Parvenü misstrauisch beäugt. Dem entgegen zu wirken war er stets bedacht. So wurde das Gutsdorf Woldenhorn im Stil eines barocken Residenzortes umgestaltet. Das Gutshaus (Schloss) wurde der Zeit entsprechend (Rokoko) umgebaut.

Er verheiratete seine Kinder mit Angehörigen des schleswig-holsteinischen Adels und gab große Feste. Er und vor allem seine Frau Caroline Tugendreich holten berühmte Künstler, Schriftsteller und andere Geistesgrößen ins Schloss. Dennoch ist er wohl kaum von den aufklärerischen Gedanken seiner Zeit beeinflusst worden, auch wenn sich unter den Büchern, die er für sich selbst erwarb, Werke von Voltaire und Rousseau befanden.

 

Eberhard Schmidt

© Historischer Arbeitskreis Ahrensburg 

Januar 2007 

 

Ergänzungen zur Tafel 9

im Schloss Ahrensburg 

 

Literatur:

A. Behrens: Das Adlige Gut Ahrensburg

C. Degn: H. C. Schimmelmann -

              Biographisches Lexikon S-H

C. Degn: Die Schimmelmanns im   atlantischen Dreieckshandel

Reichardt, W. Herzfeld, W. Pioch:

Grafen, Lehrer und Pastoren

 

Die Tafelbilder und Ergänzungstexte können in einer DIN A4 Info-Mappe für 8,- €  im Schloss Ahrensburg erworben werden.