Historischer Arbeitskreis

in Ahrensburg  

Die Rantzaus in Ahrensburg

Die Grafen v. Schimmelmann

Die Nachkommen 

des Schatzmeisters

Schlösser, Stadtpalais

und ein Mausoleum

Dreieckshandel

Die Schimmelmannschen

Plantagen in der Karibik

H.C. Schimmelmann und

sein "Weißes Gold"

Der Schimmelmannsche  

Wirtschaftskreislauf

H.C. Schimmelmann

in seiner Zeit

Der letzte Schimmelmann

verlässt Ahrensburg

Hans Schadendorff

Alfred Rust 

    Geschichte des Gutshofs

    Geschichte des Marstalls

 

DER LETZTE SCHIMMELMANN

 VERLÄSST AHRENSBURG

Das Gut Ahrensburg und sein Wirtschaftsbetrieb konnten sich der allgemeinen ökonomischen und politischen Lage, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden war, nicht entziehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Gut eine Größe von 1560 ha ( 720 ha Forst und 840 ha Landwirtschaft) und dazu 21 Bauern-stellen. Eine neue Besteuerung des Grundbesitzes und die Weltwirt-schaftskrise führten den Betrieb in finanzielle Nöte. Der Gutsherr, Graf Carl Otto Schimmelmann, versuchte durch Landverkäufe an die Gemeinde und an Privatleute seine Situation zu verbessern. Trotzdem war er 1932 gezwungen, sein Schloss und das Gut zu verlassen. Er zog mit seiner Familie erst in die nahe Wassermühle und 1934 endgültig nach Plön. So endete nach 6 Generationen in 175 Jahren die Schimmelmann - Zeit in Ahrensburg.

DAS WEITERE SCHICKSAL DES SCHLOSSES

Die Ländereien ließen sich relativ gut verkaufen oder verpachten, allein das Schloss wollte niemand. Es wurde vielen angeboten, u. a. auch dem Bischof von Osnabrück, der dort spanische Jesuiten unterbringen wollte. Schlimmer stand es um das wertvolle Schlossinventar. Hiervon war bereits 1927 bei einer Auktion einiges versteigert worden, und jetzt drohte der völlige Ausverkauf. Es ist dem Dipl. Ing. Hans Schadendorff und dem damaligen Gemeindevorsteher Hugo Schilling zu verdanken, dass sie ihren Einfluss bei der Kreisverwaltung einsetzten, damit diese half, die Schätze zu sichern. Mit finanzieller Unterstützung der Kreissparkasse war es möglich, Kunstwerke zurückzukaufen. So gelang es Hans Schadendorff bereits am 25.12.1932, eine erste Heimatkundliche Ausstellung im Schloss zu eröffnen. Hans Schadendorff hatte sich bereits 1930 um das Gutsarchiv verdient gemacht, als er verhinderte, dass die Gräfin Doris Schimmelmann diese Akten verbrannte. 1935 überzeugte er die Kreissparkasse, nach  dem Inventar auch das Schloss und den Park zu kaufen. Das Schloss wurde ein Museum. 1938 wurde der Schlossverein gegründet, Land, Kreis, Gemeinde und Sparkasse wurden Gründungsmitglieder. Unmittelbar danach setzte eine Grundüberholung ein, und es gelang, weitere, wertvolle Inventarstücke für das Museum zu gewinnen. Bis 1941 konnte der Museumsbetrieb aufrecht erhalten werden, auch wenn sein Direktor, Hans Schadendorff, zum Militärdienst eingezogen war. Ende 1941 mussten Teile des Inventars ausgelagert werden, sie wurden u. a. im Schloss Tralau untergebracht.

DIE KRIEGS- UND NACHKRIEGSZEIT

1942 wurde das Schloss aus Luftschutzgründen mit Tarnmatten verhängt. Von 1943 bis 1944 war das Gebäude kurzzeitig Lazarett und 1944 Deutsche Seewarte. Am 3. Mai 1945 rollten die englischen Truppen in Ahrensburg ein. Das Schloss wurde Kommandozentrale einer Panzerdivision. Ab 1946 waren etwa 400 Flüchtlinge im Schloss und im Park untergebracht. 1947 zog die Kreisberufsschule in das heruntergekommene Gebäude. Um das Schloss herum war der Ort Ahrensburg durch den Zuzug der Flüchtlinge und der Aus­gebombten zu einer Stadt von 16.000 Einwohnern angewachsen. 1948 erhielt die Gemeinde die Stadtrechte und wuchs weiter.

NEUER ANFANG IN SCHWIERIGEN ZEITEN

Der Schlossverein unter der Leitung von Hans Schadendorff entschied 1948, wieder ein Museum einzurichten. Nach dem Auszug der Berufsschule 1954  konnte in kleinen Schritten die Eröffnung des Museums vorbereitet werden. Sie fand am 16.6.1955 statt. Bereits im Mai 1955 war die 1. Kastellanin, Frau Gertrud Skorsetz, eingestellt worden. Der Eintritt betrug DM 0,50 für Erwachsene und DM 0,25 für Kinder. In den folgenden Jahren haben viele Freunde und Besucher des Schlosses dazu beigetragen, dass es dem Schlossverein ermöglicht wurde, Außen- und Innenreparaturen vorzunehmen. Wertvolle Gemälde und Möbelstücke konnten zurückgekauft werden. 1967 verstarb Hans Schadendorff, der über 35 Jahre das Schicksal des Schlosses und seines Museums geprägt hatte. Mit dem Abriss des Torhauses 1960 begann auch außerhalb des Schlossparks eine große Umgestaltung des Ortskerns. Zwar blieb die barocke Anlage der Großen Straße erhalten, doch wurden die alten Bauern- und Instenhäuser nach und nach durch moderne Zweckbauten ersetzt. Ahrensburg entwickelte sich weiter, bot Investoren großzügige Gewerbeflächen an und konnte 1991 seinen 30 000. Bewohner aufnehmen. Mit erheblichen Investitionen wurden Schloss und Schlosspark verändert. Der innere Graben um das Schloss wurde wieder ausgehoben und somit beinahe der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt. 1992 wurde der Freundeskreis Schloss Ahrensburg gegründet, dessen Ziel es ist, mit Spenden und Eigenhilfe die Renovierung der Räume und einzelner Ausstellungsstücke voranzutreiben. 2004 wurde der Schlossverein in die Schlossstiftung umgewandelt.

Im Schloss und im Park finden heute viele Veranstaltungen statt. Mit der Eröffnung des Marstalls und Erneu­erung und Erweiterung der Reithalle bietet Ahrensburg seinen Bürgern und Besuchern ein schönes Kulturzentrum.                                                                                         

 

Henning Penther

© Historischer Arbeitskreis Ahrensburg 

Januar 2007

Ergänzungen zur Tafel 8

im Schloss Ahrensburg 

 

Quellen / Literatur:

Stadtarchiv Ahrensburg

Reichardt, W. Herzfeld, W. Pioch:

Grafen, Lehrer und Pastoren

 

Die Tafelbilder und Ergänzungstexte können in einer DIN A4 Info-Mappe für 8,- € im Schloss Ahrensburg  erworben werden.