Historischer Arbeitskreis

in Ahrensburg  

Die Rantzaus in Ahrensburg

Die Grafen v. Schimmelmann

Die Nachkommen 

des Schatzmeisters

Schlösser, Stadtpalais

und ein Mausoleum

Dreieckshandel

Die Schimmelmannschen

Plantagen in der Karibik

H.C. Schimmelmann und

sein "Weißes Gold"

Der Schimmelmannsche  

Wirtschaftskreislauf

H.C. Schimmelmann

in seiner Zeit

Der letzte Schimmelmann

verlässt Ahrensburg

Hans Schadendorff

Alfred Rust 

    Geschichte des Gutshofs

    Geschichte des Marstalls

 

 

DER   SCHIMMELMANNSCHE

 WIRTSCHAFTSKREISLAUF

Heinrich Carl Schimmelmann war ein sehr erfolgreicher Kaufmann, Fabrikant und Gutsherr.

Heute würde man die einzelnen Erzeugnisbereiche als Profitzentren ausweisen. Das von ihm entwickelte Wirtschaftskonzept könnte man als Vorbild für heutige  betriebswirtschaftliche Infrastrukturen bezeichnen.

Wie konnte er die Übersicht behalten über die miteinander verflochtenen Fertigungs- und Erzeugnisbereiche ?

Aus umfangreichen Aufzeichnungen in den Archiven in Schleswig, Kopenhagen etc. können wir ersehen, dass er zusammen mit seinem Vertrauten, dem Sekretär I.G. Gondolatzsch, über ausführliche Berichterstattungen seiner Inspektoren verfügte. Diese wurden zum finanziellen Vorteil von Schimmelmann ausgewertet.

Er wählte seine kaufmännischen Aktivitäten in der Form aus, dass er keinen seiner dänischen Kaufmannskollegen in einen Verdrängungswettbewerb zwang. Er suchte geschickt  immer so genannte Marktlücken. Informationen hierüber bekam er u. a. als dänischer Schatzmeister am deutschsprachigen königlichen Hof in Kopenhagen. Sein Titel als Schatzmeister entspricht dem eines Finanzministers. Er erhielt den Titel „Skatmesteren“ (Schatzmeister), weil nach damaligem dänischen Recht nur ein gebürtiger Däne Finanzminister werden konnte. Er setzte sich energisch für die ihm übertragene Sanierung der Staatsfinanzen und die Agrarreform ein.

Auf seinen Gütern schuf er Musterbetriebe, reduzierte die Frondienste, schuf ein Prämiensystem in seinen Gewerbebetrieben und stiftete Einrichtungen für die Armenfürsorge.

Seine finanziellen Erfolge sind vergleichbar mit denen der italienischen Medici und der deutschen Fugger. Diese beiden Geschlechter verstanden es - sogar über mehrere Generationen - ihren Reichtum zu vermehren.

Zu seinen Lebzeiten legte H. C. Schimmelmann testamentarisch fest, dass sein erwirtschafteter Reichtum in einen Fideikommiss eingebracht wurde‚ so dass seine Erben das Basisvermögen nicht veräußern durften, sondern nur über die Rendite verfügen konnten.

Eine Ausnahme bildete der Verkauf des Schlosses Wandsbek. Im Jahre 1862 wurde das Schloss an den Kaufmann J. A. W. Carstenn veräußert. Er ließ das Schloss abreißen,  parzellierte die Liegenschaft und verkaufte die einzelnen Grundstücke,

Ein Familienfideikommiss ist ein Familienvermögen - meist des Adels -, das nicht veräußert werden darf, um einen Besitzstand geschlossen zu erhalten. Erst nach dem ersten Weltkrieg erlaubte das Fideikommiss-Auflösungsgesetz die Veräußerung von Fideivermögen.

Peter Raasch

© Historischer Arbeitskreis Ahrensburg 

Januar 2007

 

Ergänzungen zur Tafel 6

im Schloss Ahrensburg 

 

 

Quellen / Literatur:

Landesarchiv Schleswig

Reichsarchiv Kopenhagen

C. Degn:

Die Schimmelmanns im atlantischen Dreieckshandel

T. Ceynowa:

Das Wandsbeker Herrenhaus

Die Tafelbilder und Ergänzungstexte können in einer DIN A4 Info-Mappe  für 8,- € im Schloss Ahrensburg erworben werden.