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Historischer Arbeitskreis
in Ahrensburg
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H.C. SCHIMMELMANN und sein "WEISSES GOLD"
Braunrote Erden und Lehm verwendete Böttger für das so genannte rote Porzellan (heute Böttgersteinzeug genannt, wenn dieses geschliffen und poliert wurde). Wegen seiner Ähnlichkeit mit dem geschliffenen Jaspis wurde es als Jaspis-Porzellan bezeichnet. Weisse Erden, Tonerden aus Colditz und Aue mit Alabaster vermischt, wurden für das erste europäische Hartporzellan verwendet. Dem experimentierfreudigen Pragmatiker Böttger waren beim Beschaffen und Zubereiten der Erden, sowie dem Konstruieren der Brennöfen E. von Tschirnhausen und Bergrat Pabst von Ohain (1656-1729) mit seinen Freiberger Hüttenleuten, wertvolle Ratgeber und Helfer. Unter Friedrich August I. Kurfürst von Sachsen und König von Polen, genannt August der Starke (1670-1733), wurde 1710 die Porzellanmanufaktur Meißen gegründet. Böttger und sein Formengestalter, der Hofgoldschmied Johann Jacob Irminger (1635-1724), der Porzelanfarbenerfinder und geniale Porzellanmaler Johann Gregorius Höroldt (1696-1775) und der schöpferische Porzellanplastiker Johann Joachim Kändler (1706-1775) und deren Mitarbeiter begründeten den Ruhm der Manufaktur im 18.Jahrhundert. Die Manufaktur wurde im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) zur Kriegsbeute des preußischen Königs Friedrich II. – der Große - (1712-1786). Heinrich Carl Schimmelmann (1724-1782), seit 1744 als Kaufmann in Dresden ansässig, dann 1755 sächsischer Acciserat, ab 1756 kgl. preußischer Geheimrat und Heereslieferant, erwarb im November 1756 von Friedrich d. Großen die Porzellanbestände der Manufaktur und ihrer Läger für 120.000 Taler. Durch geheime Absprachen mit sächsischen Beauftragten des in Warschau im Exil lebenden sächsischen Kurfürsten und Königs von Polen, Friedrich August II. (1696-1763) pachtete Schimmelmann die Manufaktur. Sie kam am 1.1.1761 nach Abzug der Preußen aus Sachsen wieder in kurfürstlich - sächsischen Besitz. Schimmelmann verschiffte 1758 die von ihm erworbenen Meißener Porzellane in 110 Kisten von Dresden nach Hamburg. Es waren Tee- Kaffee- und Tischservice, Schrank- und Kaminaufsätze (Vasen), Plate de ménage (dem Festmahl angepasste Verzierungen an Öl-, Salz-, Essiggefäßen, sowie Leuchter, Konfektschalen und Früchtekörbe), Terrinen, Tabatieren für Schnupftabak, Spazierstockköpfe und Figuren von Tieren und Vögeln. H. C. Schimmelmann, der 1762 in den Freiherrn- und 1779 in den Grafenstand erhoben worden war, konnte sich in Diensten sächsischer, preußischer und dänischer Könige standesgemäß in Adelskreisen bewegen. Der größte Teil seiner Meißener Porzellane wurde in Hamburg 1758 bis 1760 erfolgreich verauktioniert. Ein Teil diente als prunkvolles Tafelgeschirr in seinen Schlössern. Darüber hinaus dienten ihm Porzellane als diplomatische Geschenke. Sie brachten ihm Ansehen und wirtschaftliche Vorteile. Einige seiner Porzellane sind noch heute in den Vitrinen des Schlosses Ahrensburg verwahrt.
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